Die Geschichte des Schloss Burgellern

Wie das Sofa nach Burgellern kam

m 29. Juni 2005 wurde aus einem Traum Wirklichkeit: Das ehemals domkapitelsche Schloss erwachte aus seinem Dornröschenschlaf und verwandelt sich in ein Hotel mit Restaurant, Festsaal, Tagungsräumen und Biergarten.

1726 hielt sich der Neffe des Bamberger Fürstbischofs, Marquard Wilhelm Graf von Schönborn, Domprobst zu Bamberg und Eichstätt, längere Zeit in Burgellern auf, um den Umbau des alten Schlosses als Sommerresidenz voranzubringen. Das Haupthaus des Schlosses wurde 1726-58 fertig gestellt, das Vogteihaus 1772. Im November 1802 ging infolge der Säkularisation der domkapitelsche Besitz in Burgellern in kurfürstlich bayerisches Eigentum über. Die Staatsverwaltung verkaufte mit Urkunde vom 24. Mai 1819 das „Aerarialgut zu Burgellern“ für 38 025 Gulden an den Hoffaktor Seilmann Samuel Heßlein zu Bamberg. Heßlein verkaufte im gleichen Jahr an den in Bamberg wohnhaften General-Leutnant Leopold Freiherrn von Buseck, einen Bruder des letzen, 1802 seiner Landeshoheit beraubten Bamberger Fürstbischofs. Das Schloss bezogen seine Söhne Karl Theodor (Lithograph und Maler) und Fritz, die unverheiratet 1860 und 1866 verstarben.

Während dieser Zeit des Buseckschen Besitzes ist das Schloss erheblich umgebaut worden. Das barockisierte Renaissanceschloss wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts klassizistisch umgestaltet. Das hohe, barocke Mansarddach musste einem weiteren Obergeschoss weichen. Die Buseck-Brüder lebten bei der Ausstattung ihre Orientliebe aus und ließen üppig-orientalische Decken- und Wandgemälde anbringen. Einen Teil der Einrichtung brachten sie von ihrer Orientreise mit Herzog Max 1834 mit.  Gleichzeitig ließen sie einen Landschaftspark im englischen Stil angelegen. 1853 erhielten die Busecks Besuch von König Maximilian II., der mit ihrer Familie befreundet war. Dessen Sohn und zukünftiger König Ludwig II. spielte damals als 8 jähriger bereits im Schlosspark.

Nach dem Tode der Buseck-Brüder ging das Erbe an den Sohn ihrer verheirateten Schwester Caroline von Thünefeld, geb. von Buseck. Dieser Rudolf von Thünefeld, zur Zeit des Erbfalles ein Knäblein, zog in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Burgellern, lebte geruhsam, baute eine Wasserleitung und das „Wasserschloss“, ein romantisch gestaltetes Turbinenhaus im Park. Er verstarb unverheiratet am 12.04.1906. Das Erbe ging in etwas verwickelter Nacherbfolge an eine verwandte Familie von Bodeck über, die das verschuldete Gut jedoch nicht halten konnte. Durch Makler wurde es stückweise zum Verkauf angeboten. 1908 erwarb der aus Altbunzlau in Böhmen stammende, in ägyptischen Militärdiensten gewesene österreichische Oberleutnant Gottlieb Hertschik für 100.000 Goldmark. Der Nachteil dieses Erwerbs war wohl der, dass nicht genügend landwirtschaftlicher Grund mit gekauft wurde, so dass in Geldentwertungszeiten keine genügende Existenzgrundlage mehr vorhanden war. So ging das Schloss nach der Inflation von 1923 alsbald in das Eigentum des Bayerischen Staates über.

 Dieser richtete 1936 ein Mütterheim im Auftrag der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) ein und errichtete einen niedrigen Anbau am Schloss. Während des Zweiten Weltkrieges war dort eine Außenstation der Staatlichen Frauenklinik Bamberg untergebracht. Mehr als 1500 Bamberger erblickten hier 1944/45 das Licht der Welt.

1948 mietete die Schlossräumlichkeiten der Lungenfacharzt Dr. Schicht, der ein Lungensanatorium unterhielt, aber durch zu viele gesundheitsamtliche Auflagen vergrämt wurde. Nach jahrelangem Leerstand zog 1978 die Morija-Mission ein, die ein Altersheim einrichten wollte, aber in den ersten Monaten 1982 ebenfalls wieder abzog. Zuletzt betrieb das Ehepaar Topf im Schloss ein christliches Familien-und Tagungszentrum.
Seit ca. 1994 stand das Schloss Burgellern erneut leer und verfiel zusehends. Der Park ist in seiner ursprünglichen Version nur noch mit viel Phantasie erkennbar.

Im Juni 2005 wurde das Schloss von der Familie Kastner aus Bayreuth erworben und seitdem zu einem Hotel und Gastronomiebetrieb umgebaut.